Kino fürs Ohr 2012

Konzert am Samstag, 12. Mai 2012

 

 

Change it rockt mit „Kino-Show“ das Bürgerhaus

„Ausverkauft“ prangte auf dem Plakat an der Abendkasse, kurz bevor der moderne Chor Change it (Gesangverein Freundschaft-Konkordia) sein Experiment zum zehnjährigen Bestehen des Chores startete. Das 35-köpfige Ensemble verwandelte das Malscher Bürgerhaus in einen Kinosaal und servierte dem begeisterten Publikum unter dem Konzertmotto „Kino fürs Ohr“ eine Überraschung nach der anderen.

Ein wenig überrascht war der Chor zunächst selbst, der nicht mit so einem Ansturm auf die Veranstaltung gerechnet hatte – und das bei gleichzeitigem Endspiel des DFB-Pokals… In Malsch gibt es schon lange kein Kino mehr, daher reiste Change it mit Hits großer Filme durch die Kinogeschichte: Von „Flashdance“ („What a feeling“), dem „König der Löwen“ („Can you feel“) über den John-Travolta-Film  „Grease“ bis zu „Kokomo“ aus dem Streifen „Cocktail“. Dabei setzten Akteure zu den vierstimmig einstudierten Liedern stets kleine amüsante Hingucker und kitzelten damit die Lachmuskeln der 340 Gäste. James Bond leitete das Medley zum Film mit einem markigen Auftritt ein, der in einem filmreifen Kuss endete. Der „Rosarote Panther“ schlich auf die Bühne und begleitete Change it bei der bekannten Titelmelodie von Henri Mancini am Saxophon.

Was der Chor in dem liebevoll mit Kinoplakaten und -aufstellern dekorierten Saal bot, war kein gewöhnliches Konzert, sondern eine Unterhaltungs-Show. Auf einer Leinwand wurden passend zu den Songs teils selbst aufgenommene Themenbilder gezeigt. Passend zur Musik fuhr ein Motorrad vor die Bühne, und Eisverkäufer versüßten nach dem Lied „Like ice in the sunshine“ aus der Kino-Werbung die Pause.

Band „grien riwwer“ und Tanzperformance von „Der springende Punkt“

Schnelle „Film“-Szenenwechsel gab es, weil sich auch die fünfköpfige Malscher Band „grien riwwer“ am Kinoprogramm beteiligte. Sie rockte den Saal unter anderem mit „Born to be wild“ aus „Easy Rider“ und präsentierte zusammen mit dem modernen Chor „Another brick in the wall“ von Pink Floyd. Neben Musik in „Dolby Surround“ gab es auch optische Genüsse: Das junge Tanzensemble „Der springende Punkt“ aus Kuppenheim verkörperte mit attraktiven Choreografien zu Musik zwischen Original-Soundtrack und moderner Abwandlung die Filme „Moulin Rouge“, „Dream girls“ und „Ray“ („Hit the road, Jack“). Alte Filmklassiker steuerte der Männerchor von Freundschaft-Konkordia bei. Besonders mit dem Lied „Ein Freund, ein guter Freund“ aus „Die drei von der Tankstelle“ riss der Chor das Publikum zum Mitklatschen hin.


Freddie Mercury und Whoopie Goldberg begeistern Publikum

Sänger Martin Leutzbach moderierte die Filmsongs informativ und launig an, schon manche Titelankündigung rief ein Raunen im Publikum hervor. Zum Beispiel das Queen-Medley, an dem der Chor lange gefeilt hat, und das hymnisch-rockig über das Publikum hinwegfegte. Bisweilen teilte sich Change it auf. Die Männer tauchten als Blues Brothers („Ghostriders in the sky“) in tief-grollende Stimmregister ab. Die Frauen überraschten – entsprechend verkleidet – mit einem Stück aus „Sister Act“, wo sich ein Nonnenchor unter dem schwungvollen Dirigat von Schauspielerin Whoopie Goldberg in temperamentvolle Gospelsängerinnen verwandelt.

Zu zwei Liedern schlossen sich Change it und der Männerchor zusammen – bei der mit stehendem Applaus geforderten Zugabe „Conquest of Paradise“ und demh auf Deutsch gesungenen „Cabaret“. „Man hat gemerkt, dass der Funke aufs Publikum übergesprungen ist“, freute sich der 2. Vorsitzende von Freundschaft-Konkordia, Wolfgang Späth – zumal Change it noch nie ein komplett eigenes Konzert gegeben hat. Dirigent Bernhard Stephan, der seinen Chor hervorragend vorbereitet hatte, lobte die sängerischen Fortschritte. Begeistert von dem Abend war auch Thorsten Metschurat von „grien riwwer“ und sagte sofort: „Wir würden es wieder tun!“. Als wäre das abwechslungsreiche Konzert nicht so schon aufregend genug gewesen, setzten die Veranstalter noch eins drauf. Unter zehn Stühlen im Publikum waren Gutscheine für je zwei Kinokarten angebracht, spendiert vom Ettlinger Kino „Kulisse“.

  (Fotos: Katja Fornarelli)